Vertrauen ist wichtig. Als einzige Organisationsform ist es überfordert. Wer Verantwortung übernimmt, sollte nicht verlangen müssen, dass alle Beteiligten dauerhaft an seinen guten Charakter glauben. Ein nachvollziehbares Verfahren entlastet gerade diejenigen, die sauber arbeiten.

Mich interessiert eine Ordnung, die ihre eigenen Helfer prüfen darf. Das betrifft politische Projekte, soziale Einrichtungen, Vereine und Unternehmen ebenso wie eine kleine Redaktion. Ein guter Zweck ist kein Grund, Einwände abzuwehren. Er ist ein Grund, sorgfältig mit ihnen umzugehen.

Fehler müssen einen Weg nach draußen finden

Kann eine Person ein Problem melden, ohne zuerst die Zustimmung der möglicherweise verantwortlichen Person einzuholen? Werden Entscheidungen dokumentiert? Gibt es jemanden, der unabhängig prüfen kann? Und wird eine Korrektur sichtbar gemacht, statt das ursprüngliche Versprechen stillschweigend umzuschreiben?

Die satirische Aufsichtskommission für die Aufsicht über die Aufsicht hat auf alles eine Antwort. Leider kontrolliert sie sich aus Gründen der Effizienz ausschließlich selbst. Der Witz endet dort, wo ein wirklicher Mensch mit einem wirklichen Problem keinen unabhängigen Zugang mehr findet.

Eine belastbare Ordnung plant deshalb nicht nur ihren Erfolg, sondern auch ihren Irrtum. Sie rechnet mit Interessenkonflikten, Überforderung und falschen Entscheidungen. Das ist kein zynisches Menschenbild. Es ist die freundliche Einsicht, dass niemand so gut ist, dass alle anderen auf Schutz verzichten sollten.

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