Eine gute Absicht kann eine Diskussion eröffnen. Manchmal wird sie benutzt, um dieselbe Diskussion zu beenden. Wer eine Maßnahme hinterfragt, soll dann angeblich gleich das gesamte Anliegen ablehnen. Diese Abkürzung begegnet in vielen politischen Lagern. Sie wird nicht besser, wenn sie der eigenen Seite nützt.

Bei Klima, Geschlecht oder gesellschaftlicher Teilhabe sollten Ziele und Mittel unterscheidbar bleiben. Menschenwürde ist keine Belohnung für Zustimmung. Eine bestimmte Verwaltungsregel wiederum ist nicht allein deshalb gelungen, weil sie sich auf ein wichtiges Ziel beruft.

Wer darf eine Frage stellen?

In der erfundenen Behörde für richtige Haltung wird jeder Antrag nach seinem Bekenntnis bewertet. Ob er funktioniert, lässt sich später klären. Der Rechnungshof gilt vorsorglich als emotional unzureichend beteiligt. Diese Szene ist Satire über ein Verfahren, nicht über das Lebensrecht einer Personengruppe.

Ernsthafte Kritik benennt die konkrete Regel, ihre erwartete Wirkung und ihre tatsächlichen Folgen. Sie vermeidet, Menschen wegen ihrer Identität zu einem Problem zu erklären. Ebenso wenig sollte die Identität eines Kritikers seine Argumente automatisch richtig oder falsch machen.

Ich möchte über politische Entscheidungen streiten können, ohne dafür zuerst eine komplette Weltanschauung unterschreiben zu müssen. Dafür braucht es die Bereitschaft, zwei Sätze nebeneinander stehen zu lassen: Das Ziel ist wichtig. Dieses Mittel muss trotzdem erklärt und überprüft werden.

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